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Mit dem Bauch durch die Wand

Hintergrund

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Anmerkung der Regie

Diese wagemutigen Jugendlichen, die sich Hals über Kopf für ein Kind entscheiden, faszinieren mich. Ihre Zuversicht und Risikofreude stehen im Gegensatz zur heute vielfach durchdachten Lebens pla nung, bei der das Kinder-Kriegen in eine immer spä tere Lebensphase rückt und frühe Schwangerschaften zu einem Tabu geworden sind. Es interessierte mich, bei den Teenager-Eltern genauer hinzuschauen. Sie sind vor dem schweizerischen Gesetz noch zu jung, um die Verantwortung für ein Kind zu tragen und werden im Alltag mit Vorurteilen und Problemen konfrontiert. Gleichzeitig strotzen sie vor Lebensenergie und machen immense Entwicklungsschübe.

Ich wusste, dass ich mit dieser Langzeitdokumentation ein echtes Abenteuer ein­ge hen würde. Es war kein kurzlebiges Unterfangen, sondern eine Verbindung über mehrere Jahre mit all den Freuden und Leiden, die das Leben junger Menschen mit sich bringt. Fast vier Jahre habe ich meine ProtagonistInnen in ihrem Umfeld beglei tet, beobachtet und befragt. So wurde ich Zeugin ihrer Entwicklung von Teenagern zu jungen Erwachsenen. Am deutlichsten zeigt sich die verstrichene Zeit an den Kin dern: Zu Filmbeginn sind sie kleine Babys oder sogar noch im Bauch, am Filmende sind sie kleine Persönlichkeiten geworden. Die Entwicklung der Jugendlichen zu Erwachsenen ist nicht geringer. Sie manifestiert sich aber weniger äusserlich als vielmehr in den sich ändernden Aussagen, Überlegungen und Verhaltensweisen.
 
Das Filmprojekt startete mit der Suche nach geeigneten Jugendlichen. Dies war vol ler Hindernisse. Denn aus Datenschutz-Gründen durfte mir niemand die Adressen von minderjährigen Schwangeren oder Teenager-Eltern herausgeben. Zudem werden diese jungen Eltern oft mit grosser Skepsis beobachtet, so dass sie nicht einfach für ein solches Unterfangen zu gewinnen sind. Schliesslich musste ihr Um feld ebenfalls das Einverständnis zum Drehen geben. Denn sie selber waren bei Drehbeginn noch minderjährig und somit nicht entscheidungsberechtigt und lebten noch bei Ihren Eltern oder in einem Wohnheim.
 
Nach einem Jahr intensiver Suche hatte ich fünf spannende Paare gefunden, die in ihrer Unterschied lich keit ein interessantes Zusammenspiel ergaben. Zwei heftig verliebte Teenager paare, ein frisch getrenntes Pärchen und zwei alleinerziehende Mütter. Eine davon unterstützt vom Freundeskreis, die andere wohnhaft in einem Mütterheim. So unter schiedlich wie die persönlichen Situationen waren auch die Wohnorte: Die einen lebten auf dem Land, die andern in der Stadt und alle in ver schiedenen Kantonen, was sich im Film im Charme der unterschiedlichen Dialekte widerspiegelt.
 
Mein Ziel war, die ProtagonistInnen möglichst authentisch in ihrem Alltag zu zei­gen. Um dies zu erreichen, verwirklichte ich einen Grossteil des Drehs bewusst alleine. Ich drehte mit einer unauffälligen, kleinen HDV-Kamera und Sendermikro­phon. Die Mehr fachbelastung als Kamerafrau, Interviewerin und Tontechnikerin war technisch und menschlich eine grosse Herausforderung. Diese Arbeitsform ermög lichte es aber, dass ich als Einzelperson in intimen Situationen kaum störend wirkte und flexibel auf terminliche Veränderungen reagieren konnte. Dies war wichtig, denn im Leben meiner ProtagonistInnen entstanden viele Pläne, Entscheide oder Termine sehr spontan.
 
Für Kontinuität der Dreharbeiten sorgte ich, indem ich zu allen vier Jahreszeiten bei allen Mitwirkenden einmal filmen ging. Zudem dokumentierte ich sie einmal jährlich mit Unterstützung eines Filmteams. Diese Drehtage nutzte ich, um mich unbelastet von der Technik ganz auf die Gespräche konzentrieren zu können.
 
Jeder Dreh brachte Überraschungen und jedes Mal haben mich diese jungen Leute von neuem in ihren Bann gezogen. Über die Jahre kamen wir uns gegenseitig immer näher. Trotzdem blieb klar: Ich bin die Filmerin, nicht ihre Freundin oder Sozialarbei terin.
 
Natürlich sind während des langen Drehs auch Schwierigkeiten aufgetaucht. Ich war öfters mit jugendlicher Unzuverlässigkeit konfrontiert. Manchmal hatten die Teenies einfach kein Geld mehr, um mich anzurufen oder sie wechselten ihre Handy-Num mer und hatten vergessen, mir dies mitzuteilen. Als aber nach einem Jahr Dreharbeiten eine junge Mutter unter heftigen Drohungen ihres Vaters aus dem Projekt aussteigen musste, belastete mich das sehr. Aber die Probleme, welche die Protagonistinnen in ihrem wahren Leben durchmachten, gingen mir stärker ans Herz als meine Schwie rig keiten in der Arbeit. Es gab aber auch vie le beschwingte Mo mente während der Dreh zeit, die mich persönlich beglückten. All diese Phasen von Hoch und Tief kön nen nun im Film mitverfolgt werden.
 
Nach Drehende setzte sich der Arbeitsprozess in der Montage fort: 150 Stunden Film material mussten auf zwei Stunden gekürzt werden. Es galt, dreiein halb Le bens jahre von drei Teenage-Müttern in 90 Minuten darzustellen. Dabei war es mir ein An liegen, nie den schmalen Grat zwischen Enthüllen und Entblössen zu über schrei ten. Dies führte zum Entscheid, dass ich eine der Teenagermütter nicht im Film integrierte. Die Preisgabe ihrer Geschichte wäre zu folgenreich und zu bela stend für sie und das Kind gewesen. Die Reduzierung auf drei Entwicklungsge schich ten entpuppte sich als Vorteil. Der Film hat dadurch an Klarheit und Dichte gewonnen.
 
Als ich an diesem Filmprojekt zu recherchieren begann, war ich 44 Jahre alt und selber Mutter eines 11-jährigen Sohnes. Ich setzte mich intellektuell intensiv mit dem Spannungsfeld von Kinderfeindlichkeit in unserer Gesellschaft und dem individuellen archaischen Kinderwunsch auseinander. Während der Recherche zu diesem Thema stiess ich auf ganz junge Mütter, die sich voller Mut zu ihren Kindern bekannten. Ich war sofort fasziniert von diesen Teenage-Müttern mit ihrer Entschiedenheit und ihrer zuver sichtlichen Lebenshaltung. Sie überzeugten mich, einen Film zu machen, der ganz bewusst den Lebensmut ins Zentrum setzt. Für einmal sollte nicht der Tod, die Zerstörung oder das Elend im Mittelpunkt stehen, wie das so oft der Fall bei packen den Dokumentarfilmen ist. Ich wusste, dass ich mir mit diesem Thema „dra ma tur gisch“ keinen Gefallen tun würde. Denn ich verzichtete damit gewissermassen frei wil lig auf die vielen Emotio nen, die durch Mitleid entstehen.
 
Nachdem ich ein filmisches Konzept gefunden hatte, machte ich mich an die Arbeit. Nun wusste ich, dass ich eine Langzeitdokumentation machen wollte, in der es um die existen ziellste Frage überhaupt geht. Nämlich um den Mut, ein Kind auf die Welt zu bringen. Ich war überzeugt, dass ein Portrait junger Teenage-Mütter die Zu schauer berühren kann, wenn es mir gelingt zu zeigen, mit welcher Kraft diese jun gen Menschen den Widerständen trotzen und mit welchem Elan sie ihren je eigenen Weg gehen.
Nun bin ich fast 50 Jahre alt. Im Rückblick sehe ich die vier Jahre, die ich mit den jungen Müttern und Vätern verbracht habe, als grosses Geschenk. Ihre Geschichten zeigen, dass das Leben voller Überraschungen ist und sich in Krisensituationen immer wieder neue Lösungen auftun.


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