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Mit dem Bauch durch die Wand

Synopsis

Sie heissen Sandra, Jasmine und Jennifer, leben im Luzerner Hinterland, in Basel, bei Thun und haben eines gemeinsam: Sie haben minderjährig ein Kind gezeugt. Waren nicht älter als achtzehn, als sie Jason, Armando und Tanijsha zur Welt brachten. Sie habe immer gewusst, dass sie jung Kinder haben wolle, meint Sandra heute selbstbewusst. Etwas mulmig war es ihr und ihrem Freund Marcel dann doch, als sie mit siebzehn ihren Eltern eröffnen mussten, dass sie bald Grosseltern werden. Doch ihre Familien haben die Nachricht relativ locker aufgenommen. Sie unterstützen die jungen Eltern und sind für das Grosskind da, wann immer es nötig ist.

Auch Jennifer findet zu Hause Unterstützung. Sie war früher eine „richtige Rotzgöre“: Immer im Ausgang, immer auf Achse, zerstritten mit der Mutter und der ganzen Verwandtschaft. Die Schwangerschaft  liess Jennifer ruhiger werden. Und so bot ihr die Mutter an, wieder nach Hause zu ziehen. Darüber ist sie froh, denn ihr Freund Mwhati ist, wie Jennifer es ausdrückt, „noch zu jung und kein richtiger Vater“ und kurz nach Tanijshas Geburt auch nicht mehr ihr Freund. Er erlebt, gerade mal sechzehnjährig, seine wilde Sturm und Drang-Phase. Er will frei sein, lässt sich treiben und beginnt zu rappen. 

An den amourösen Irrungen und Wirrungen, den stürmischen Zeiten, die man in der Jugend durchlebt, ändert ein Kind nichts. Aber das Leben mit Kind ist ein anders, als man sich in seinen rosaroten Teenie-Träumen ausmalte. Es fordert heraus. Stellt die Beziehung auf die Probe. Roman habe das Kind gewollt, meint Jasmine als Armando ein paar Monate alt ist. Doch nun ist die grosse Liebe abgekühlt. Jasmine weiss nicht, was aus der Beziehung wird - ganz sporadisch nur meldet sich Roman in der Folge. Vier Jahre dauert es, bis er - nun zum adretten jungen Mann geworden - die Vaterschaft anerkennt und einen Unterhaltsvertrag unterzeichnet. Jasmine hat zu diesem Zeitpunkt einen neuen Freund. Es sei schwierig, als junge Frau mit Kind einen neuen Freund zu finden, hat die Baslerin ein Jahr früher noch konstatiert. Sie ist zum Teil im Heim aufgewachsen, hat keine intakte Familie, die sie unterstützt und tut sich schwer mit dem Alleinsein. Zum Glück hat sie viele Freundinnen und Freunde, die sie und ihr Söhnchen täglich besuchen: Ein regelrechtes Cliquen-Baby ist Armando. Wird im Pulk spazieren geführt, darf mit Jasmine und ihren Freunden an die Fasnacht, feiert in grosser Runde Geburtstag. Selbst beim Gang zum Sozialamt und zur Mütterberatung lässt sich Jasmine begleiten. Sie ist misstrauisch. Will sich und der Welt beweisen, dass sie es gut macht mit Armando und kommt doch immer wieder an ihre Grenzen: Jasmine ist eine Suchende, wie viele in ihrem Alter. Sie weiss nicht, was sie will, lebt in den Tag hinein, verträumt die Zeit. Armando ist ihr Halt und Last zugleich. Es ist nicht immer heiteres Honiglecken, das Leben mit Kind, wenn man selber noch nicht richtig erwachsen ist und nicht weiss, wohin einen das Leben führt. 

Die konkretesten Vorstellungen haben Sandra und Marcel. Sie stecken beide mitten in der Lehre, als Jason zur Welt kommt. Doch Jason verleiht den beiden Flügel. Jetzt erst recht, sagt sich Sandra. Sie schliesst als eine der besten des Jahrgangs ihre Lehre ab und freut sich über ihren Erfolg. „Denen habe ich es gezeigt“, strahlt sie mit dem Diplom in der Hand. Sie zieht mit Marcel und Jason in eine eigene Wohnung, heiratet und schon kommt das zweite Kind: Eine glückliche kleine Familie sind die vier. 

Doch auch Jennifer und Jasmine gehen, je älter ihre Kinder sind, desto sicherer ihre Wege. Jasmine absolviert ein Praktikum. Sie hat in Elso einen zuverlässigen Partner gefunden, der ihrem Armando ein liebevoller Ersatzpapi ist. Jennifer ist inzwischen mit Tanijsha in eine eigene Wohnung gezogen. Sie arbeitet im Seniorenheim, lernt Autofahren und lässt sich zur Pflegefachfrau ausbilden. Mwhati hat sich gefangen. Er schnuppert für eine Lehre, besucht seine Tochter wieder öfters und rappt über seine Vaterschaft: „Es läuft nicht immer gut. Es braucht für vieles Kraft, Stolz und Mut. Die Vergangenheit ist vorbei. Lass sie ziehen. Pack deine Chance. Jetzt oder nie.“


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